Gesprächskonzert – Franz Schubert (1797 – 1828)
8. Dezember, 19:30 - 21:00

Klaviersonate in G-Dur, D 894
Prof. Till Engel
Zu seinen Lebzeiten erfuhr die Klaviermusik von Franz Schubert bei Weitem nicht die Anerkennung, die sie verdient hätte. Zum Beispiel fürchtete sein Verleger, die Sonate in G-Dur würde bei ihrer Veröffentlichung nicht genug Gewinn abwerfen. Deshalb zerstückelte er dieses Meisterwerk und publizierte die vier Sätze als Einzelstücke, die noch heute in Antiquariaten wie heimatlose Waisenkinder herumirren.
Erst später wurde diese Untat korrigiert und die Sonate als vollständiges Opus herausgegeben. Robert Schumann bezeichnete sie als die vollkommenste Klavierkomposition Schuberts, und in der Tat vereinigt sie alle Qualitäten, die wir bei Schubert so schätzen: Weite, schwingende Melodiebögen, raffinierte Klangfarben, ungewöhnliche und kühne Harmonien und eine höchst differenzierte, individuelle und logische Formgestaltung. Dazu kommt noch der tänzerische Elan des dritten und vierten Satzes, wobei letzterer auch österreichisches Lokalkolorit einbringt.
Das Werk wird den Zuhörern erläutert und anschließend ganz vorgetragen.