Die erste Frau, die mit einem Auto die Welt umrundete
8. September, 19:30 - 21:00

Clärenore Stinnes (1901-1990) pfiff auf gesellschaftliche Konventionen und erlangte Weltruhm
Prof. Horst A. Wessel
Sie war eine selbstbewusste, tüchtige und gebildete Frau, darüber hinaus technikbegeistert. Sie war die beste Mitarbeiterin ihres Vaters, des Großindustriellen Hugo Stinnes, des reichsten Mannes in Europa. Er hatte ihr erlaubt, schon mit 18 Jahren die Fahrerlaubnis für Pkw zu erwerben.
Wenn der Vater nicht so früh an den Folgen einer misslungenen Routine-Operation verstorben wäre, hätte er ihr mit großer Wahrscheinlichkeit unternehmerische Verantwortung übertragen. Mutter und Brüder verweigerten ihr diese, mit der Begründung, dass sich eine Erwerbstätigkeit für eine Frau aus besserer Gesellschaft nicht ziemte und eine Frau nicht über Männer bestimmen sollte.
Clärenore Stinnes dachte anders, pfiff auf gesellschaftliche Konventionen und ging nach Berlin. Sie nutzte die ihr zur Verfügung stehenden Verbindungen, warb für Kleidung, Schmuck und Automobile; außerdem beteiligte sie sich mit außerordentlichem Erfolg an Autorennen; sie war die erfolgreichste Rennfahrerin der legendären „Zwanziger Jahre“.
Schließlich wagte sie 1927/28 die erste Fahrt mit einem Automobil um die Welt: durch drei Kontinente und 23 Länder. Das war ein vor allem lebensgefährliches Abenteuer. Sie wurde dadurch weltberühmt, war unter anderem Gast von Kemal Attatürk, Henry Ford, des amerikanischen Präsidenten Herbert Hoover sowie des schillernden Bürgermeisters von New York James J. Walker.