Der französische Seidenweber Joseph‑Marie Jacquard entwickelte 1805 einen Webstuhl, der mithilfe von Lochkarten die Hebung einzelner Kettfäden automatisierte. Dadurch konnten komplexe Muster ohne zusätzliche Arbeitskräfte („Ziehkinder“) hergestellt werden. Diese Innovation war ein Meilenstein der Industrialisierung der Weberei und machte die Produktion schneller, billiger und weniger arbeitsintensiv– war aber für viele Weber eine Bedrohung ihrer Lebensgrundlage.

In der Bandweberei Kafka verrichten 46 Jacquard-Webstühle treu und zuverlässig ihre Dienste und produzieren Meter für Meter Bänder in Farben und Mustern, die mittlerweile schon Kultstatus haben; echte Raritäten, die von Liebhabern auf der ganzen Welt geschätzt werden.